{"id":222,"date":"2019-09-06T16:26:24","date_gmt":"2019-09-06T14:26:24","guid":{"rendered":"http:\/\/wordpress.einfach-katholisch.at\/?p=222"},"modified":"2020-07-19T07:34:43","modified_gmt":"2020-07-19T05:34:43","slug":"als-er-dann-aber-singen-sullt","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/wordpress.einfach-katholisch.at\/?p=222","title":{"rendered":"&#8222;Als er dann aber singen sullt\u00b4&#8230;"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-small-font-size\">&#8230;fehlt ihm die christliche Geduld&#8220; , heisst es bei Wilhelm Busch \u00fcber den (unter anderem) Pfarramtskandidaten Hieronymus Jobs. Doch das ist schade: Das Singen ist immer eine tolle Sache (wenn man eine brauchbare Stimme hat, auch in Gesellschaft). &#8222;Wer singt, betet doppelt&#8220;, sagt man \u00f6fters &#8211; dass ich es in meinem Buch Martin Luther zuschreibe, hat mir eine kritische Anfrage per Mail eingebracht. Ist das Zitat nicht von Augustinus? Leider nein. Wie so vieles wird dem gro\u00dfen Bischof von Hippo auch das untergeschoben &#8211; er hat zwar eine hohe Meinung vom Gesang, aber diesen Satz nicht gepr\u00e4gt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Im spirituellen Bereich hat das Singen einen besonderen Platz, und zwar in drei Formen: Der \u00e4lteste ist der des Psalmengesanges. Insbesondere im Stundengebet der Kirche lebt er noch weiter; Vesper und Laudes sollen, wenn irgend m\u00f6glich, gesungen und nicht nur gesprochen werden. Die acht sogenannten &#8222;Kirchentonarten&#8220;, die viele noch aus dem Musikunterricht kennen, kommen aus diesem Zusammenhang. In der Tat ist das wechselweise Singen mit dem notwendigen H\u00f6ren aufeinander, dem achtsamen Atemholen und den durch die Tonh\u00f6he angedeuteten wichtigen Stellen etwas ganz Besonderes. Es war Augustinus von Hippo, der \u00f6fters darauf hinwies, und dem dies ein besonderes Anliegen war und dem die Musik immer wieder zum Bild der theologischen Aussage wird (z.B. Conf XII,29; De Trin IV, 2)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Ein zweiter Bereich ist der liturgische Volksgesang in der jeweiligen Landessprache. Die &#8222;geistlichen Lieder&#8220; sind an sich eine alte Sache; schon fr\u00fch im Mittelalter haben sich eing\u00e4ngige Reime um biblische Themen geschlungen; aber dass im eucharistischen Gottesdienst etwas anderes als lateinische Ges\u00e4nge erklingen, ist noch relativ neu. Die Protestanten waren da der katholischen Kirche ein St\u00fcck voraus:  Wenn sie\u00b4s nicht singen, glauben sie\u00b4s nicht, behauptete Luther, der etliche Chor\u00e4le geschrieben hat, die sich auch im katholischen Einheitsgesangsbuch &#8222;Gotteslob&#8220; finden. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Der dritte, heute nur noch wenig ge\u00fcbte und meist in Konzerts\u00e4le verbannte Bereich ist der des Oratoriums. Hier haben gro\u00dfe Meister biblische (und legendarische) Themen in Musik gegossen und erf\u00fchlbar gemacht. Die Auff\u00fchrung dieser gro\u00dfen Werke erfolgte meist in Kirchen. Im 19. Jahrhundert verlagerten sich die Auff\u00fchrungen, soweit die Komponisten nicht in Vergessenheit geraten waren, in Konzerts\u00e4le, und gingen in der Anzahl generell zur\u00fcck. Heute sind sie zu einer Seltenheit geworden &#8211; das ist bedauerlich, denn viele der Klassiker, man denke an Bachs Weihnachtsoratorium oder die Matth\u00e4uspassion, entfalten nach wie vor eine ungeheure Kraft.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8230;fehlt ihm die christliche Geduld&#8220; , heisst es bei Wilhelm Busch \u00fcber den (unter anderem) Pfarramtskandidaten Hieronymus Jobs. 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