{"id":220,"date":"2019-09-06T08:48:08","date_gmt":"2019-09-06T06:48:08","guid":{"rendered":"http:\/\/wordpress.einfach-katholisch.at\/?p=220"},"modified":"2020-07-19T07:34:52","modified_gmt":"2020-07-19T05:34:52","slug":"luther-ein-grosser-reformator","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/wordpress.einfach-katholisch.at\/?p=220","title":{"rendered":"Luther ein &#8222;gro\u00dfer Reformator&#8220;?"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-small-font-size\">In der vergangenen Woche hat mich eine E-Mail erreicht, in der hinterfragt wurde, warum ich Martin Luther an einer Stelle als &#8222;gro\u00dfen Reformator&#8220; bezeichne. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Das hat zwei Gr\u00fcnde: Zun\u00e4chst ist, rein quantitativ, Luther tats\u00e4chlich der, dessen &#8222;Reformationsbewegung&#8220; am meisten Anh\u00e4nger gefunden hat. Er war nicht der erste, der an eine Reform der Kirche herangehen wollte. Um nur wenige Beispiele zu nennen: Jan Hus oder Petrus Waldes waren wesentlich vor ihm am Werk, haben niemals diese Breitenwirkung entfaltet und verirrten sich auf h\u00e4retische Abwege. Innerkirchliche erfolgreiche Reformen gab es ebenfalls \u00f6fter, teilweise von oben her (z.B. unter Papst Gregor I. (&#8222;der Gro\u00dfe&#8220;) oder von der Basis aus (Franziskus von Assisi). Die beiden letzteren werden heute als gro\u00dfe Heilige verehrt, was beweist, dass Reform an sich der Kirche nicht wesensfremd ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Damit sind wir beim zweiten Argument: Luther hat eine innerkirchliche Reform angesto\u00dfen (die &#8222;katholische Reform&#8220;), die mit dem Konzil von Trient begann. Dieses &#8222;Tridentinum&#8220; wird heute oft zu Unrecht als Synonym f\u00fcr &#8222;vergangenheitslastig&#8220; oder gar &#8222;r\u00fcckschrittlich&#8220; gesehen. Tats\u00e4chlich war es ein gro\u00dfer Schritt f\u00fcr die r\u00f6misch-katholische Kirche, denn es zog unter allerlei Willk\u00fcr einen Schlussstrich, schaffte Missst\u00e4nde ab und definierte die Eckpunkte des &#8222;katholischen&#8220; sauber und einheitlich. Freilich: Unter dem Blick des 21. Jahrhunderts mutet vieles aus den Konzilstexten nicht zeitgem\u00e4\u00df an. Aber auch das I. und das II. Vatikanum hatten jeweils ihre Zeit und ihre Rolle in der Kirchengeschichte. Vieles von dem, was f\u00fcr uns heute eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit ist, wurde von Luther eingefordert &#8211; und langfristig von der katholischen Kirche umgesetzt. Die Liturgie in der Volkssprache, Exegese auf der Basis textkritischer Arbeit, die Option f\u00fcr die Armen und anderes mehr sind unter den vern\u00fcnftigen Reformideen Luthers bereits zu finden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Dass in Martin Luthers Leben mehrere Phasen unterschieden werden m\u00fcssen, und dass sp\u00e4terhin seine weitsichtigen Ans\u00e4tze vom konfliktiven Auftreten, das reflexartig alles verteufelte, was aus Rom kam (ganz w\u00f6rtlich \u00fcbrigens); dass er sich und einer Vers\u00f6hnung mit der r\u00f6mischen Kirche langfristig selbst am meisten im Wege stand, ist unbestritten; ebenso wenig, dass es substanzielle Unterschiede zwischen den reformierten Kirchen und der katholischen Kirche gibt, die theologisch gravierend sind und eine Einheit eher als Vision erscheinen lassen &#8211; ich nenne hier die Rolle der Eucharistie mit der fortdauernden Realpr\u00e4senz, die Sakramentenlehre, die Rolle der kirchlichen Lehrtradition und das Amt des Papstes. Alles nicht un\u00fcberwindlich, aber eher eine Frage von \u00fcbermorgen als von morgen, euphemistisch gesagt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der vergangenen Woche hat mich eine E-Mail erreicht, in der hinterfragt wurde, warum ich Martin Luther an einer Stelle als &#8222;gro\u00dfen Reformator&#8220; bezeichne. Das hat zwei Gr\u00fcnde: Zun\u00e4chst ist, rein quantitativ, Luther tats\u00e4chlich der, dessen &#8222;Reformationsbewegung&#8220; am meisten Anh\u00e4nger gefunden hat. 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